Übergeben statt aufgeben

Ein wachsender Anteil klein- und mittelständischer Unternehmen in Deutschland steht vor einem bislang nicht gelösten Problem: die fehlende(n) Nachfolge(r). Bis zum Jahresende könnten laut KfW mehr Unternehmen aufgegeben als erfolgreich übergeben werden.

 

In einer Pressemitteilung des KfW heißt es: „Rund 266.000 mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer planen, ihre Unternehmen bis zum Ende des Jahres 2025 stillzulegen, anstatt den Weg einer Nachfolge zu beschreiten. Dies entspricht etwa 7 % des Mittelstands. Dabei handelt es sich fast durchweg (97 %) um Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Laut dem jüngsten KfW-Nachfolge-Monitoring Mittelstand wünschen sich weitere rund 199.000 Unternehmerinnen und Unternehmer eine Nachfolgelösung, müssen aber aufgrund unzureichender Planung vermutlich mit einem Scheitern rechnen.“ Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von sinkendem Interesse potenzieller Nachfolger, strukturellen Problemen insbesondere in eher ländlichen Regionen, über Matching-Probleme und wirtschaftlich unattraktiven Betrieben bis hin zu Finanzierungshemmnissen.

 

Die strukturierte Planung der Unternehmensnachfolge bleibt auch in den kommenden Jahren eine der größten Herausforderungen im Mittelstand. In einer Meldung zum Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024 heißt es: „Die Senior-Generation in den Führungsetagen im Mittelstand verbleibt immer länger im Unternehmen. Das Durchschnittsalter der aktuellen Inhabergeneration erreicht mit über 54 Jahren einen neuen Höchststand. Das verschärft den ohnehin bestehenden Engpass bei Unternehmens­nachfolgen nochmals.“

 

Doch was kann man tun, wenn man sein Lebenswerk gern übergeben statt aufgeben möchte? Die Antwort klingt – zumindest in der Theorie – ganz simpel: Stellen Sie frühzeitig die Weichen! Doch die Umsetzung in der Praxis ist oft nicht leicht, denn neben Zahlen, Fakten und rechtlichen Aspekten spielen auch immer Emotionen eine nicht zu verachtende Rolle.

 

Hier ein paar Denkanstöße und mögliche Maßnahmen, um den Herausforderungen Ihrer ganz persönlichen Nachfolgeplanung zu begegnen:

 

Frühzeitige Planung:

Es ist hilfreich, frühzeitig mit der Nachfolgeplanung zu beginnen, um genügend Zeit für die Übergabe und die Suche nach geeigneten Nachfolgern zu haben. (siehe hierzu auch unser Beitrag „Die Braut chic machen“)

 

Nachfolge-Modelle prüfen:

Es gibt verschiedene Optionen, wie die Nachfolge gestaltet werden kann, z.B. die Übergabe an Familienmitglieder, externe Nachfolger oder den Verkauf an Dritte. Das passende Modell sollte individuell geprüft werden.

 

Attraktive Rahmenbedingungen schaffen:

Das Unternehmen sollte so gestaltet sein, dass es für potenzielle Nachfolger attraktiv ist, z.B. durch klare Strukturen, gute Arbeitsbedingungen und Perspektiven für die zukünftige Weiterentwicklung. –> siehe hierzu auch unser Beitrag „Die Braut chic machen“

 

Netzwerke nutzen:

Ob Gedankenaustausch, Best Practice Beispiele oder fachlicher Input: Das Gespräch mit anderen Unternehmern, Verbänden oder Nachfolge-Experten kann wertvolle Einblicke und Unterstützung bieten.

 

Expertise von außen:

Externe Berater können bei der Planung der Unternehmensnachfolge eine große Unterstützung sein. Sie gestalten den Nachfolgeprozess strukturiert, effizient und mit dem nötigen Weitblick, was letztlich den Übergang erleichtert und die Erfolgschancen erhöht.

 

Wenn auch Sie Ihr Lebenswerk lieber planvoll übergeben statt aufgeben möchten: Zögern Sie nicht – sprechen Sie uns gerne an!